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Beratung

Cyber-Ausfallkosten: Arbeitsvorlage für Ihren Betrieb

Ertragsausfall, Mehrkosten und Wiederherstellung getrennt erfassen: mit Arbeitsvorlage, fiktivem Rechenbeispiel und Hinweisen gegen Doppelzählung.

Stand: 21.09.2026 · Redaktion Cyberversicherung finden

Kurz beantwortet

Erfassen Sie Cyber-Ausfallkosten zuerst als wirtschaftliches Szenario. Trennen Sie verlorenen Ertrag, notwendige Mehrkosten und Wiederherstellung. Anschließend wird geprüft, welche Positionen ein konkreter Vertrag erfasst. Die Vorlage dient zur Vorbereitung einer Beratung; ihr Ergebnis ist weder eine empfohlene Versicherungssumme noch eine Berechnung der Versicherungsleistung.

Arbeitsmaterial für Ihre eigene Dokumentation

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Mit dem kritischen Geschäftsprozess beginnen

Wählen Sie einen Prozess, dessen Unterbrechung Ihren Betrieb erheblich beeinträchtigen würde: etwa Praxisverwaltung, Bestellannahme oder Fertigungssteuerung. Notieren Sie eigene Systeme und externe Abhängigkeiten. Beschreiben Sie getrennte Szenarien für einen eigenen Cybervorfall, einen Dienstleistervorfall und einen rein technischen Ausfall. Deren Versicherbarkeit kann unterschiedlich sein.

Rechnen Sie beispielsweise mit zwei, fünf und zehn Ausfalltagen. Diese Zeiträume sind frei gewählte Planungsannahmen und keine Prognose. Halten Sie fest, welche Leistungen vollständig entfallen und welche nur später erbracht werden. Saisonale Spitzen, Ausweichverfahren und Wiederanlaufzeiten können das Ergebnis verändern.

Arbeitsvorlage: Positionen getrennt erfassen

Übernehmen Sie die folgenden Felder in Ihre betriebliche Planung. Alle Werte sollten eine Einheit, einen Bezugszeitraum und eine Quelle erhalten. Personenbezogene Kundendaten werden für die erste Übersicht nicht benötigt. Vertrauliche Unterlagen gehören in den abgestimmten Beratungsweg, nicht in eine öffentliche Tabelle.

Arbeitsvorlage: Positionen getrennt erfassen
PositionEintragenNachweis / Abgrenzung
Szenario und ProzessUrsache, betroffener Ablauf, AbhängigkeitenTechnischer Ablauf und Dienstleistervertrag
ZeitraumAusfalltage, Teilbetrieb, WiederanlaufZeitachse; Annahmen ausdrücklich markieren
Nicht nachholbarer UmsatzEuro pro Tag × betroffene TageVergleichsperioden, Auftragslage; nachgeholte Umsätze abgrenzen
Eingesparte variable KostenEuro im gleichen ZeitraumZum Beispiel entfallender Wareneinsatz
Vereinfachter verlorener DeckungsbeitragUmsatzeinbuße minus eingesparte variable KostenFortlaufende Kosten und Gewinn nicht nochmals addieren
Notwendige MehrkostenEuro; Zweck und ZeitraumAusweichsysteme, zusätzliche Arbeitszeit; Doppelzählungen vermeiden
Wiederherstellung und externe HilfeEuro; Angebot oder begründete AnnahmeIT-Forensik und Wiederherstellung getrennt von Mehrkosten
Weitere SzenariopositionenGesondert beschreiben und schätzenAnsprüche Dritter oder Datenschutzkosten nicht pauschal als gedeckt ansetzen

Fiktives Rechenbeispiel mit fünf Ausfalltagen

Ein frei erfundener Betrieb verliert an fünf Tagen jeweils 4.000 Euro Umsatz, den er später nicht nachholen kann. Er spart dadurch variable Kosten von jeweils 1.500 Euro pro Tag. Als vereinfachte wirtschaftliche Einbuße ergeben sich 5 × (4.000 − 1.500) = 12.500 Euro verlorener Deckungsbeitrag. Fortlaufende Kosten sind daraus zu tragen und werden nicht nochmals auf diese 12.500 Euro aufgeschlagen.

Zusätzlich werden für das Szenario 3.000 Euro notwendige Mehrkosten und 8.000 Euro Wiederherstellung angenommen. Die drei überschneidungsfrei angesetzten Positionen ergeben zusammen 23.500 Euro. Das ist ausschließlich die Summe dieser Planungspositionen. Nicht betrachtet werden hier weitere Schäden, Steuern, Teilbetrieb, spätere Erholung oder Zahlungen Dritter. Alle Zahlen sind Beispielannahmen, keine beobachteten Marktpreise oder Schadenfälle.

Eine Versicherungsleistung lässt sich aus den 23.500 Euro nicht ableiten. Dafür fehlen unter anderem ein nachgewiesener versicherter Auslöser, die vertragliche Berechnungsregel und die Prüfung von Grenzen sowie Selbstbehalten. Auch eine vereinbarte Tagespauschale kann zu einer anderen Berechnung führen.

Vom Szenario zum Vertragsgespräch

Nehmen Sie die ausgefüllte Übersicht mit in die Beratung. Ordnen Sie jede Position einem Baustein und einer Vertragsstelle zu. Klären Sie, ob Kostenfreigaben erforderlich sind und welche Nachweise der Versicherer erwartet. Vergleichen Sie nicht nur eine Gesamtversicherungssumme, sondern auch einzelne Entschädigungsgrenzen und die verfügbare Jahreshöchstentschädigung.

Ein zeitlicher Selbstbehalt ist nach seiner konkreten Klausel zu berücksichtigen; eine pauschale Subtraktion von Stunden aus allen Schadenpositionen wäre irreführend. Ebenso bestimmt die Haftzeit den vertraglichen Betrachtungszeitraum. Lassen Sie bei relevanten Beträgen die betriebswirtschaftlichen Annahmen durch Ihre steuerliche Beratung prüfen und die Deckungsfragen anhand des konkreten Angebots klären.

  • Szenarien und Annahmen datieren; Änderungen an IT und Geschäftsprozessen nachführen.
  • Verlorenen Umsatz von nachholbaren Leistungen unterscheiden.
  • Kosten jeweils genau einer Position zuordnen.
  • Versicherungsgrenzen, Fristen und Nachweise im Angebot vermerken.
  • Offene Fragen schriftlich klären, bevor Sie aus dem Szenario eine Deckungsentscheidung ableiten.

Häufige Fragen

Ist das Ergebnis die richtige Versicherungssumme?

Nein. Die Vorlage bildet ausgewählte wirtschaftliche Folgen eines angenommenen Vorfalls ab. Eine Deckungsentscheidung muss weitere Schäden, Vertragsgrenzen, Risikotragfähigkeit und mehrere Szenarien berücksichtigen.

Warum werden fortlaufende Kosten nicht nochmals addiert?

Im vereinfachten Ansatz Umsatz minus eingesparte variable Kosten enthält der verlorene Deckungsbeitrag bereits den Beitrag zu fortlaufenden Kosten und Gewinn. Eine zusätzliche Addition derselben Kosten würde sie doppelt zählen.

Kann ich die Vorlage als PDF verwenden?

Ja. Sie können diese Seite über die Druckfunktion Ihres Browsers als PDF speichern. Übertragen Sie die Felder für die eigentliche Kalkulation in Ihre betriebliche Tabelle und ergänzen Sie Quellen sowie Annahmen.

Wie oft sollten wir unser Ausfallszenario aktualisieren?

Prüfen Sie die Annahmen bei wesentlichen Änderungen an Umsatz, Prozessen, IT-Diensten oder Notfallverfahren sowie vor Vertragsentscheidungen. Daraus wird keine allgemeingültige vertragliche Prüffrist abgeleitet.

Nächster Schritt

Vergleichen Sie Bedingungen und Beiträge oder klären Sie offene Punkte im Gespräch.

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Quellen und Einordnung

Quellenstand: 21.09.2026. Die Fundstellen ermöglichen Einordnung und Nachprüfung der Aussagen. Maßgeblich für Ihren Schutz bleibt die konkret vereinbarte Police.