Unabhängiger Cyberversicherungs-Vergleich für Unternehmen
    Alle Cybergefahren
    Cyberbedrohung
    Bedrohungslevel: Kritisch

    Zero-Day-Exploits

    Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Sicherheitslücke in Software aus, die dem Hersteller noch nicht bekannt ist. Da kein Patch existiert, sind betroffene Systeme schutzlos. Angreifer haben damit ein Zeitfenster, in dem sie ungehindert zuschlagen können.

    82%aller erfolgreichen Angriffe nutzen bekannte oder unbekannte Schwachstellen

    Wie funktioniert Zero-Day-Exploits?

    Zero-Day-Exploits beginnen damit, dass ein Angreifer eine bisher unbekannte Schwachstelle in einer Software entdeckt. Diese Lücke kann in Betriebssystemen, Browsern, Office-Anwendungen oder Serversoftware liegen. Der Hersteller weiß noch nichts davon und hat daher keinen Sicherheitspatch bereitgestellt.

    Der Angreifer entwickelt dann einen sogenannten Exploit: ein kleines Programm oder einen Code-Schnipsel, der die Schwachstelle gezielt ausnutzt. Dieser Exploit wird häufig über manipulierte Webseiten, E-Mail-Anhänge oder infizierte Dateien verbreitet. Sobald ein Nutzer die betroffene Software verwendet, wird der Schadcode automatisch ausgeführt.

    Besonders gefährlich ist, dass herkömmliche Virenscanner Zero-Day-Exploits oft nicht erkennen. Die Schadsoftware ist neu und hat noch keine bekannte Signatur. Erst wenn der Hersteller die Lücke entdeckt und einen Patch veröffentlicht, beginnt der Schutz. Bis dahin können Tage, Wochen oder sogar Monate vergehen.

    Auf dem Schwarzmarkt werden Zero-Day-Exploits für hohe Summen gehandelt. Je nach betroffener Software zahlen Käufer zwischen 50.000 und mehreren Millionen Euro. Das macht diese Art von Angriff besonders attraktiv für organisierte Cyberkriminalität und staatlich gesteuerte Hackergruppen.

    Zero-Day-Exploits in Zahlen

    70+
    Zero-Day-Schwachstellen wurden 2023 aktiv ausgenutzt (Google TAG)
    103 Tage
    durchschnittliche Zeit bis ein Zero-Day-Patch verfügbar ist (Mandiant)
    2,5 Mio. €
    Höchstpreise für Zero-Day-Exploits auf dem Schwarzmarkt
    68%
    der deutschen Unternehmen halten Zero-Days für ein hohes Risiko (BSI)
    Echte Schadensfälle

    So trifft Zero-Day-Exploits Unternehmen

    IT-Dienstleistung

    Softwarehaus durch Exchange-Zero-Day kompromittiert

    890.000 €
    12 Tage

    Ein mittelständisches Softwarehaus aus Nordrhein-Westfalen wurde über eine Zero-Day-Lücke im Microsoft Exchange Server angegriffen. Die Angreifer erlangten vollen Zugriff auf das E-Mail-System und konnten vertrauliche Kundenprojekte einsehen. Erst nach Veröffentlichung des Notfall-Patches konnte die Lücke geschlossen werden. Die Kosten für forensische Analyse, Kundenkommunikation und Systemwiederherstellung beliefen sich auf fast 900.000 Euro.

    Maschinenbau

    Produktionsstillstand durch Firewall-Schwachstelle

    1,2 Mio. €
    8 Tage

    Ein Maschinenbau-Unternehmen aus Baden-Württemberg wurde Opfer eines Zero-Day-Exploits in der eingesetzten Firewall-Lösung. Die Angreifer umgingen sämtliche Sicherheitsmaßnahmen und installierten eine Backdoor im Netzwerk. Die Produktion stand acht Tage still, da alle vernetzten Steuerungsanlagen vorsorglich abgeschaltet werden mussten. Die Cyberversicherung übernahm einen Großteil der Kosten für Betriebsunterbrechung und IT-Forensik.

    Schutzmaßnahmen gegen Zero-Day-Exploits

    Technische Maßnahmen

    • Netzwerksegmentierung zur Eindämmung von Angriffen
    • Endpoint Detection and Response (EDR) mit verhaltensbasierter Erkennung
    • Regelmäßige und zeitnahe Installation aller verfügbaren Patches
    • Web Application Firewalls (WAF) vor öffentlich erreichbaren Diensten
    • Sandboxing für E-Mail-Anhänge und Downloads
    • Intrusion Detection Systeme (IDS) zur Erkennung ungewöhnlicher Aktivitäten
    • Minimierung der Angriffsfläche durch Deaktivierung nicht benötigter Dienste

    Organisatorische Maßnahmen

    • Notfallpläne für den Fall eines Zero-Day-Angriffs erstellen und üben
    • Threat-Intelligence-Dienste abonnieren, um frühzeitig vor neuen Bedrohungen gewarnt zu werden
    • Regelmäßige Überprüfung der eingesetzten Software auf bekannte Schwachstellen
    • Mitarbeiter für ungewöhnliches Systemverhalten sensibilisieren
    • Incident-Response-Team oder externen Dienstleister bereithalten
    Versicherungsschutz

    Was die Cyberversicherung bei Zero-Day-Exploits abdeckt

    Abgedeckte Leistungen

    • Kosten für IT-Forensik und Schadensanalyse
    • Betriebsunterbrechungsschäden während der Systemwiederherstellung
    • Kosten für externe IT-Sicherheitsberater und Incident Response
    • Benachrichtigungskosten bei Datenschutzverletzungen (DSGVO)
    • Wiederherstellung von Daten und Systemen
    • Haftpflichtansprüche betroffener Kunden oder Geschäftspartner

    Typische Ausschlüsse

    • Schäden durch wissentlich nicht installierte Sicherheitsupdates
    • Kosten für grundlegende IT-Sicherheitsinfrastruktur
    • Vertragsstrafen, die bereits vor dem Angriff bestanden
    • Reputationsschäden, die nicht direkt bezifferbar sind
    • Schäden an Dritten durch Weitergabe infizierter Dateien ohne Sicherheitsprüfung

    Schützen Sie Ihr Unternehmen vor Zero-Day-Exploits

    Vergleichen Sie jetzt die besten Cyberversicherungs-Tarife und finden Sie den passenden Schutz für Ihr Unternehmen.

    JETZT TARIFE VERGLEICHEN
    Häufige Fragen

    FAQ zu Zero-Day-Exploits

    Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Sicherheitslücke aus, für die es noch keinen Patch gibt. Der Name kommt daher, dass dem Hersteller null Tage zur Behebung blieben, bevor der Angriff stattfand.
    Einen vollständigen Schutz gibt es leider nicht. Sie können das Risiko aber durch verhaltensbasierte Sicherheitslösungen, Netzwerksegmentierung und schnelles Patch-Management deutlich reduzieren.
    Ja, die meisten Cyberversicherungen decken Schäden durch Zero-Day-Exploits ab. Voraussetzung ist in der Regel, dass Sie Ihre IT-Sicherheit auf dem aktuellen Stand halten und bekannte Updates zeitnah einspielen.
    Zero-Day-Angriffe nehmen stetig zu. 2023 wurden über 70 aktiv ausgenutzte Zero-Day-Schwachstellen dokumentiert. Besonders betroffen sind weit verbreitete Software wie Betriebssysteme, Browser und Serveranwendungen.
    Ja, denn Zero-Day-Exploits betreffen oft weit verbreitete Software, die auch in kleinen Unternehmen eingesetzt wird. Zudem werden Angriffe häufig breit gestreut, um möglichst viele Opfer zu treffen.
    Trennen Sie betroffene Systeme sofort vom Netzwerk und informieren Sie Ihren IT-Dienstleister oder Ihr Incident-Response-Team. Dokumentieren Sie alle Auffälligkeiten und melden Sie den Vorfall Ihrer Cyberversicherung.

    Cookie-Einstellungen

    Wir verwenden Cookies, um Ihre Browsing-Erfahrung zu verbessern und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf „Akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unserer Cookie-Richtlinie.