DDoS-Angriffe
Ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) überflutet Server, Webseiten oder Netzwerke mit so vielen Anfragen, dass diese zusammenbrechen und für reguläre Nutzer nicht mehr erreichbar sind. Die Angriffe werden von tausenden gekaperten Geräten (Botnets) gleichzeitig ausgeführt. Für Unternehmen mit Online-Shop, Kundenportal oder digitalen Diensten kann ein DDoS-Angriff direkt zu Umsatzverlusten führen.
Wie funktioniert DDoS-Angriffe?
Bei einem DDoS-Angriff nutzen die Angreifer ein Botnet – ein Netzwerk aus tausenden kompromittierten Computern, Servern und IoT-Geräten (Kameras, Router, Smart-Home-Geräte). Diese „Zombie-Rechner''' werden ferngesteuert und bombardieren gleichzeitig das Ziel mit Anfragen. Die schiere Masse überfordert die Server-Kapazität.
Es gibt verschiedene Angriffsarten: Volumetrische Angriffe überfluten die Leitung mit Datenverkehr (oft mehrere hundert Gbit/s). Protokoll-Angriffe nutzen Schwächen in Netzwerkprotokollen aus. Applikationsangriffe zielen auf Schwachstellen in Webanwendungen und simulieren scheinbar legitime Nutzeranfragen – das macht sie besonders schwer zu erkennen.
DDoS-Angriffe werden oft als Ablenkungsmanöver eingesetzt: Während sich das IT-Team um die Abwehr des DDoS kümmert, dringen die Angreifer über eine andere Schwachstelle ins Netzwerk ein. Auch Erpressung ist ein häufiges Motiv – die Angreifer drohen mit einem massiven DDoS-Angriff, wenn kein Schutzgeld gezahlt wird (Ransom DDoS).
DDoS-as-a-Service ist im Darknet bereits ab wenigen Euro pro Stunde buchbar. Das bedeutet, dass auch technisch weniger versierte Angreifer massive DDoS-Attacken starten können – die Einstiegshürde ist extrem niedrig.
DDoS-Angriffe in Zahlen
So trifft DDoS-Angriffe Unternehmen
Online-Shop eines Modehändlers über Black Friday lahmgelegt
Ein mittelständischer Online-Modehändler wurde kurz vor dem Black Friday mit einem massiven DDoS-Angriff attackiert. Der Shop war über drei Tage nicht erreichbar – ausgerechnet zum umsatzstärksten Wochenende des Jahres. Die Angreifer hatten im Vorfeld ein Erpressungsschreiben geschickt und 2 Bitcoin gefordert. Der Umsatzausfall und die Kosten für DDoS-Mitigation summierten sich auf 860.000 €.
DDoS-Angriff auf kommunales Rechenzentrum
Ein regionaler IT-Dienstleister, der das Rechenzentrum mehrerer Kommunen betreibt, wurde mit einem Protokoll-Angriff attackiert. Die Webportale für Bürgerservices, E-Mail-Systeme und VPN-Zugänge der Verwaltung waren zwei Tage nicht verfügbar. Der Angriff diente als Ablenkung – parallel wurde versucht, über eine VPN-Schwachstelle ins interne Netz einzudringen.
Schutzmaßnahmen gegen DDoS-Angriffe
Technische Maßnahmen
- DDoS-Mitigation-Service eines spezialisierten Anbieters nutzen (z. B. Cloudflare, Akamai)
- Content Delivery Network (CDN) für die Verteilung des Datenverkehrs einsetzen
- Rate Limiting und Traffic Shaping auf Firewall und Loadbalancer konfigurieren
- Anycast-Netzwerk nutzen, um Angriffs-Traffic auf mehrere Standorte zu verteilen
- Web Application Firewall (WAF) gegen Applikations-Angriffe einsetzen
- Monitoring und Alerting für ungewöhnliche Traffic-Spitzen einrichten
- Redundante DNS-Server und Hosting-Infrastruktur bereitstellen
Organisatorische Maßnahmen
- DDoS-Notfallplan erstellen und regelmäßig testen
- Kommunikationsplan für Kunden bei Nicht-Erreichbarkeit vorbereiten
- SLA mit dem Hosting-Provider zur DDoS-Abwehr vereinbaren
- Kontaktdaten des DDoS-Mitigation-Anbieters griffbereit halten
- Regelmäßige Belastungstests der eigenen Infrastruktur durchführen
Was die Cyberversicherung bei DDoS-Angriffe abdeckt
Abgedeckte Leistungen
- Betriebsunterbrechungsschäden und entgangener Umsatz während des Angriffs
- Kosten für externe DDoS-Mitigation und Notfall-Services
- Zusätzliche IT-Infrastrukturkosten zur Abwehr des Angriffs
- Kosten für Forensik zur Aufklärung des Angriffs
- Erpressungsgelder bei Ransom DDoS (nach Absprache mit Versicherer)
- Kosten für Krisenkommunikation und Kundeninformation
- Haftpflichtansprüche von Kunden wegen Nicht-Erreichbarkeit
Typische Ausschlüsse
- Umsatzeinbußen, die nicht direkt dem Angriff zugeordnet werden können
- Kosten für langfristige Infrastruktur-Upgrades nach dem Angriff
- Schäden bei Fehlen grundlegender Schutzmaßnahmen (z. B. kein DDoS-Schutz trotz Online-Geschäft)
- Reputationsschäden, die sich nicht direkt beziffern lassen
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