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Man-in-the-Middle-Angriffe

Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff (MitM) schaltet sich ein Angreifer unbemerkt zwischen zwei Kommunikationspartner. Er kann Daten mitlesen, verändern oder umleiten. Die Beteiligten merken davon in der Regel nichts.

MitMsteht für Man in the Middle – einen Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern

Funktionsweise von Man-in-the-Middle-Angriffe

Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff positioniert sich der Angreifer zwischen zwei Parteien, die miteinander kommunizieren. Das können ein Mitarbeiter und ein Webserver, zwei E-Mail-Konten oder ein Gerät und ein WLAN-Router sein. Der Angreifer fängt den Datenverkehr ab und leitet ihn weiter, sodass beide Seiten den Eindruck haben, direkt miteinander zu sprechen.

Eine häufige Methode ist das sogenannte ARP-Spoofing in lokalen Netzwerken. Der Angreifer gibt sich als Router aus und leitet den gesamten Datenverkehr über sein eigenes Gerät. Auch gefälschte WLAN-Hotspots in Hotels, Cafés oder auf Messen sind ein beliebtes Einfallstor. Verbindet sich ein Mitarbeiter mit einem solchen Netzwerk, kann der Angreifer alle unverschlüsselten Daten mitlesen.

Besonders gefährlich wird es, wenn der Angreifer verschlüsselte Verbindungen aufbrechen kann. Durch gefälschte SSL-Zertifikate oder das Herabstufen der Verschlüsselung (SSL-Stripping) werden auch vermeintlich sichere Verbindungen angreifbar. So können Login-Daten, Bankverbindungen oder vertrauliche Geschäftsdokumente abgefangen werden.

Im Unternehmenskontext werden MitM-Angriffe oft gezielt eingesetzt. Angreifer fangen beispielsweise Rechnungen per E-Mail ab, ändern die Bankverbindung und leiten die Zahlung auf ihr eigenes Konto um. Dieser sogenannte Rechnungsbetrug verursacht in Deutschland jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe.

Man-in-the-Middle-Angriffe auf einen Blick

ARP-Spoofing
manipuliert die Zuordnung von Netzwerkadressen im lokalen Netz
Evil Twin
bezeichnet einen täuschend echt benannten, bösartigen WLAN-Hotspot
SSL-Stripping
versucht, eine verschlüsselte Verbindung auf unsichere Übertragung herabzustufen
VPN + MFA
senken das Risiko beim externen Zugriff und begrenzen den Nutzen gestohlener Zugangsdaten
Praxisnahe Szenarien

So trifft Man-in-the-Middle-Angriffe Unternehmen

Die folgenden vereinfachten Szenarien erklären typische Abläufe. Sie sind keine Behauptung über konkrete, identifizierbare Einzelfälle.

Großhandel

Rechnungsbetrug durch E-Mail-Abfangen

variabel
abhängig vom Vorfall

Beispielszenario: Angreifer verschaffen sich Zugang zum E-Mail-System und überwachen den Schriftverkehr mit einem Lieferanten. Vor dem Versand einer Rechnung ändern sie die Bankverbindung. Der Empfänger zahlt dadurch unbemerkt auf das Konto der Täter.

Beratung

Datendiebstahl über gefälschten Messe-Hotspot

variabel
abhängig vom Vorfall

Beispielszenario: Beschäftigte verbinden sich auf einer Fachmesse mit einem vermeintlich offiziellen WLAN-Hotspot. Tatsächlich kontrollieren Angreifer das ähnlich benannte Netzwerk und versuchen, Anmeldedaten oder unverschlüsselte Kommunikation abzufangen.

Schutzmaßnahmen gegen Man-in-the-Middle-Angriffe

Technische Maßnahmen

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle geschäftlichen Kommunikationskanäle
  • VPN-Pflicht für alle Verbindungen außerhalb des Firmennetzwerks
  • HTTPS-Erzwingung (HSTS) auf allen Unternehmenswebseiten
  • Zertifikats-Pinning für kritische Anwendungen
  • DNS-over-HTTPS (DoH) zur Absicherung von DNS-Anfragen
  • Netzwerküberwachung zur Erkennung von ARP-Spoofing
  • Multi-Faktor-Authentifizierung für alle externen Zugänge

Organisatorische Maßnahmen

  • Mitarbeiter für Risiken öffentlicher WLAN-Netzwerke sensibilisieren
  • Richtlinien für den Umgang mit Rechnungen und Bankdatenänderungen einführen
  • Telefonische Rückbestätigung bei Änderungen von Zahlungsinformationen
  • Regelmäßige Sicherheitsschulungen zum Thema sichere Kommunikation
Versicherungsschutz

Was die Cyberversicherung bei Man-in-the-Middle-Angriffe abdeckt

Abgedeckte Leistungen

  • Finanzielle Verluste durch umgeleitete Zahlungen nur, wenn ein passender Cyber-Crime- oder Social-Engineering-Baustein vereinbart ist
  • Kosten für forensische Untersuchung des Angriffs
  • Benachrichtigungskosten bei abgefangenen personenbezogenen Daten
  • Rechtsberatung und Haftpflichtansprüche betroffener Dritter
  • Kosten für Kreditüberwachung betroffener Personen

Typische Ausschlüsse

  • Schäden durch Nutzung unverschlüsselter Kommunikation trotz bestehender Richtlinien
  • Verluste durch vorsätzlich ignorierte Sicherheitswarnungen im Browser
  • Schäden, die vor Vertragsbeginn der Cyberversicherung entstanden sind
  • Bußgelder bei nachgewiesener grober Fahrlässigkeit im Datenschutz

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Häufige Fragen

FAQ zu Man-in-the-Middle-Angriffe

MitM-Angriffe sind schwer zu erkennen. Achten Sie auf Browser-Warnungen zu ungültigen Zertifikaten, ungewöhnlich langsame Verbindungen und unerwartete Aufforderungen zur erneuten Anmeldung. Im Firmennetzwerk helfen spezialisierte Monitoring-Tools.
Ja, ein VPN verschlüsselt Ihren gesamten Datenverkehr und macht es Angreifern extrem schwer, Daten abzufangen. Besonders bei der Nutzung öffentlicher WLANs ist ein VPN unverzichtbar.
Angreifer fangen E-Mails mit Rechnungen ab, ändern die Bankverbindung und leiten die Nachricht weiter. Der Empfänger überweist dann unwissentlich auf das Konto der Betrüger. Dieser Betrug verursacht in Deutschland jährlich Schäden in Millionenhöhe.
HTTPS bietet guten Grundschutz, ist aber nicht unfehlbar. Bei gefälschten Zertifikaten oder wenn Nutzer Browserwarnungen ignorieren, können auch HTTPS-Verbindungen kompromittiert werden. Zusätzliche Maßnahmen wie HSTS und Zertifikats-Pinning erhöhen die Sicherheit.
Nicht automatisch. Dafür muss der Vertrag einen passenden Cyber-Crime- oder Social-Engineering-Baustein enthalten. Häufig gelten Sublimits und Sicherheitsvorgaben, etwa eine Rückbestätigung bei geänderten Bankdaten. Maßgeblich sind die konkreten Versicherungsbedingungen.
Nutzen Sie immer ein VPN, vermeiden Sie öffentliche WLANs für vertrauliche Kommunikation und verwenden Sie nur verschlüsselte Messenger und E-Mail-Dienste. Achten Sie darauf, dass die automatische WLAN-Verbindung deaktiviert ist.