Malware & Schadsoftware
Malware ist der Oberbegriff für sämtliche Schadsoftware, die Computer und Netzwerke beschädigen, ausspionieren oder manipulieren soll. Dazu gehören Viren, Würmer, Trojaner, Spyware, Adware und Ransomware. Für Unternehmen kann Malware Datenverlust, Betriebsunterbrechungen und erhebliche finanzielle Schäden verursachen.
Wie funktioniert Malware & Schadsoftware?
Malware gelangt auf verschiedenen Wegen in Unternehmensnetzwerke. Die häufigsten Einfallstore sind E-Mail-Anhänge, infizierte Webseiten (Drive-by-Downloads), USB-Sticks und Schwachstellen in veralteter Software. Auch über kompromittierte Software-Updates (Supply-Chain-Angriffe) kann Malware eingeschleust werden.
Nach der Infektion verhält sich Malware je nach Typ unterschiedlich. Spyware sammelt im Hintergrund Daten wie Tastatureingaben, Passwörter und Bildschirminhalte und sendet diese an die Angreifer. Würmer verbreiten sich selbstständig über das Netzwerk und infizieren weitere Rechner. Crypto-Miner missbrauchen die Rechenleistung des Unternehmens, um Kryptowährungen zu schürfen.
Besonders gefährlich ist sogenannte fileless Malware, die keinen klassischen Schadcode auf die Festplatte schreibt. Stattdessen nutzt sie legitime Systemtools wie PowerShell, um ihre Aktionen auszuführen. Das macht sie für herkömmliche Virenscanner nahezu unsichtbar.
Moderne Malware kombiniert häufig mehrere Funktionen: Sie stiehlt zunächst Daten, breitet sich im Netzwerk aus und lädt dann weitere Schadsoftware nach – bis hin zur Ransomware-Verschlüsselung als letztem Schritt.
Malware & Schadsoftware in Zahlen
So trifft Malware & Schadsoftware Unternehmen
Spyware in der Entwicklungsabteilung eines Softwarehauses
Ein Softwareunternehmen mit 60 Mitarbeitern entdeckte Spyware auf mehreren Entwicklerrechnern. Die Schadsoftware war über ein kompromittiertes Open-Source-Paket (Supply-Chain-Angriff) eingeschleust worden und zeichnete seit Wochen Tastatureingaben auf. Zugangsdaten zu Kundensystemen und Quellcode wurden abgegriffen. Die Kosten für Forensik, Kundenbenachrichtigung und Sicherheitsverbesserungen beliefen sich auf 1,1 Mio. €.
Crypto-Miner legt Steuerberatungskanzlei lahm
In einer Steuerberatungskanzlei mit 25 Mitarbeitern liefen die Rechner plötzlich extrem langsam. Die Ursache: Ein Crypto-Miner hatte sich über eine veraltete Java-Version eingenistet und nutzte die Rechenleistung aller PCs für Kryptowährungs-Mining. Während der Steuererklärungssaison führte die Verlangsamung zu erheblichen Verzögerungen und Fristenproblemen.
Schutzmaßnahmen gegen Malware & Schadsoftware
Technische Maßnahmen
- Professionelle Endpoint-Protection-Lösung mit Echtzeitschutz einsetzen
- Regelmäßige Sicherheitsupdates und Patches für alle Systeme und Anwendungen
- E-Mail-Gateway mit Sandboxing für verdächtige Anhänge konfigurieren
- USB-Ports an Arbeitsplätzen einschränken oder deaktivieren
- Application Control: Nur freigegebene Software darf ausgeführt werden
- DNS-Filter zum Blockieren bekannter Malware-Domains
- Netzwerk-Monitoring zur Erkennung ungewöhnlicher Aktivitäten
Organisatorische Maßnahmen
- Regelmäßige Awareness-Schulungen zu Malware-Risiken durchführen
- Richtlinie für den Umgang mit externen Datenträgern erstellen
- Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren lassen
- Regelmäßige Schwachstellen-Scans und Penetrationstests beauftragen
- Incident-Response-Plan für Malware-Vorfälle pflegen
Was die Cyberversicherung bei Malware & Schadsoftware abdeckt
Abgedeckte Leistungen
- IT-Forensik zur Identifikation und Analyse der Schadsoftware
- Kosten für Systembereinigung und Datenwiederherstellung
- Betriebsunterbrechungsschäden durch Malware-bedingte Ausfälle
- Haftpflichtansprüche bei Weitergabe von Malware an Kunden oder Partner
- Datenschutzrechtliche Kosten bei Diebstahl personenbezogener Daten
- Krisenkommunikation bei öffentlich gewordenen Vorfällen
- Kosten für externe IT-Spezialisten zur Schadensbeseitigung
Typische Ausschlüsse
- Schäden durch wissentlich veraltete und nicht gepatchte Systeme
- Verluste durch illegale Software oder Raubkopien
- Schäden, die vor Vertragsbeginn entstanden sind
- Langfristige Wettbewerbsnachteile durch Datendiebstahl
- Hardware-Austausch, sofern die Hardware nicht physisch beschädigt wurde
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